Mein LED Streifen hält nicht. Was kann ich tun?

Du hast die Oberfläche gereinigtmit einem Fön das Profil leicht angewärmt, den LED Streifen gewissenhaft aufgeklebt? Und trotzdem hält Dein Streifen nicht? Du magst denken: Habe ich jetzt schlechte Qualität erhalten? Viel Geld für wenig Leistung ausgegeben? Die Antwort: Nein. Durch das Ablösen eines LED Streifens, und damit verbundene, schlechte Erfahrungen, lassen nicht auf die Qualität des Streifens oder des Klebebandes schließen.

Für Deinen LED Streifen verwenden wir qualitativ hochwertige Klebenbänder. Diese haften optimal auf verschiedensten Oberflächen. ABER: leider nicht auf allen. Erfahrungsgemäß haben besonders folgende Oberflächen eher herabgesetzte Hafteigenschaften, welche zu einem Ablösen von LED Bändern führen können:

  • äußere Oberfläche von Möbeln, vor allem Betten und Küchenmobiliar
  • Treppen
  • Tapeten (besonders mit schmutzabweisenden Eigenschaften)
  • Lackierte Metalloberflächen

Bitte lies die nachfolgenden Informationen genau durch, um einen tieferen Einblick in die Thematik des Klebens zu erhalten und um zu vermeiden, schlechte Erfahrungen mit einem unserer LED Streifen zu machen.

Richtig kleben

Viele unserer LED Streifen sind mit einem doppelseitigen Klebeband ausgestattet. Damit können LED Stripes ohne zusätzliche Materialien einfach installiert werden. Obwohl diese Klebebänder auf vielen Oberflächen gut haften, kann es aus unterschiedlichen Gründen zu einer Herabsetzung der Hafteigenschaften kommen. Nachfolgend haben wir Dir einige Informationen zum Kleben und den damit verbundenen Effekten und Eigenschaften zusammengestellt.

Was ist Kleben eigentlich?

"Kleben" ist eine sehr alte Technik, die zu der Gruppe des Fügens von Werkstoffen gehört. Obwohl das Kleben an sich schon seit Jahrtausenden als Fügetechnik genutzt wird, ist es kein einfaches und leicht beherrschbares Verfahren. Es erfolgt in der Regel durch die Nutzung eines Klebstoffes, wobei dieser eine Kraftwirkung erzeugt. Diese hängt vom Zusammenspiel der folgenden zwei Wirkprinzipien ab:

  1. Adhäsion: Die Fähigkeit eines Stoffes, eine Haftkraft zu der Oberfläche eines anderen Stoffes zu entwickeln.
  2. Kohäsion: Die innere Festigkeit des ausgehärteten Klebstoffes.

Je größer die entsprechenden Adhäsions- und Kohäsionskräfte zwischen zwei Stoffen sind, desto größer die Klebstoffwirkung.

Das Kleben an sich findet dabei in mikroskopisch kleinem Bereich unter 1 Nanometer statt. Die eigentliche Klebewirkung findet dabei zwischen passenden Oberflächenmolekülen der unterschiedlichen Werkstoffe und des Klebstoffes statt. Durch Wasserstoffbrücken oder die sogenannten Van-der-Waals-Kräfte kommt eine entsprechende Haftung zustande. Bei lösungsmittelhaltigen Klebstoffen können durch ein Auflösen des Werkstoffes und Eindringen des Klebstoffes in die Werkstoffoberfläche zusätzliche Wechselwirkungen entstehen, die in stärkere Hafteigenschaft des Klebstoffes resultieren.

Betrachtet man diese Wirkweise, leiten sich daraus verschiedene Einflussfaktoren auf die Hafteigenschaften eines Klebstoffes und der zu klebenden Werkstoffe ab:

1. Die Beschaffenheit der Oberfläche

Eine hervorragende Obenflächengüte ist Voraussetzung für ein gutes Kleben. Da die Reichweite der Klebstoffe nur im Nanometerbereich stattfindet, erhalten glatte und ebenmäßige Oberflächen gegenüber Untergründen mit Rauheit meist bessere Hafteigenschaften. Auch die Art der Oberflächengüte hat Einfluss auf die Klebewirkung. Eine verrostete Oberfläche zum Beispiel kann in der Regel gute Haftung zum Klebstoff aufbauen. Jedoch haftet der Rost selbst weniger stark an der nicht korrodierten Metalloberfläche, wodurch die Kraftübertragung auf die Festigkeit des Rostes eingeschränkt ist.

Dies gilt auch für Beschichtungen aller Art. Klebstoff geht ausschließlich mit der Oberfläche eine Verbindung ein, so dass Lacke oder andere Oberflächenbehandlungen zum eigentlichen Werkstoff werden, welcher eine Wechselbeziehung zum Klebstoff aufbaut. Das gilt ebenfalls für Verschmutzungen oder Verunreinigungen. Insbesondere Fette und Öle können verhindern, dass Klebstoffe einen guten Kontakt zum eigentlichen Werkstück aufbauen.  Die Reinigung der zu beklebenden Oberfläche ist daher stets vorzunehmen.

2. Materialien

Nicht jeder Klebstoff eignet sich zum Kleben auf allen Materialien. Die Auswahl passend zur Oberfläche ist wichtig. Dabei gilt: Je höher die Anforderungen an die Klebeverbindung sind, desto besser müssen Klebstoff und Werkstoff aufeinander abgestimmt sein.

Die Hauptgründe für schlechte Klebewirkung sind dabei:

  • Zu viel Kraft soll übertragen werden: Die Klebeverbindung ist generell zu schwach und kann die notwendigen Kräfte nicht aufbauen.
  • Verschmutzte Oberfläche: Die Hafteigenschaften sind durch Verunreinigungen soweit herabgesetzt, dass Klebeverbindungen nur zum Teil zustande kommen.
  • Verbindung ist nicht auf alle Belastungen abgestimmt: Eine Klebeverbindung kann in vielen Fällen gut funktionieren, bis ein Fall eintritt, für den ein Klebstoff nicht ausgelegt ist. Dies kann auch nach längerer Zeit eines guten Klebens plötzlich doch zum Verlust der Hafteigenschaften führen. So z.B. kann ein Übermaß an Feuchtigkeit dafür sorgen, dass es zum Ablösen kommt. Gleiches gilt für Einsatzbereiche mit dynamischen Belastungen, Temperaturschwankungen oder anderen energetischen Einflüssen wie z.B. durch UV-Strahlung.
  • Oberfläche und Kleber passen nicht zusammen: Nicht jede Oberfläche kann mit jedem Kleber eine Verbindung eingehen, um die gewünschte Haftung zu erzeugen. Besonders Lacke und Farben halten hierbei eine Vielzahl von unterschiedlichen Oberflächeneigenschaften bereit, die die Haftung von Klebstoffen beeinflussen können.

3. Die Art der Vorbehandlung

Auch bei richtiger Auswahl des Klebstoffs passend zur Oberfläche kann es vorkommen, dass die gewünschten Hafteigenschaften nicht erreicht werden. In diesem Fall kann eine gezielte Veränderung der Oberfläche des Werkstoffes dazu beitragen, die Klebefreudigkeit zu erhöhen. Dazu können u.a. folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Vorbehandlung mit einem Haftvermittler (sogenannte Primer): Dieser sollte sowohl zum Werkstoff als auch zum Klebstoff eine gute Hafteigenschaft aufbauen können.
  • Mechanische Vorbehandlung z.B. durch schleifen, bürsten oder strahlen: Manche Oberflächen sind für die aufzubringenden Kleber zu glatt. Durch ein Anrauen der Oberfläche kann eine Vergrößerung der Haftungsfläche und damit einhergehend eine Vergrößerung der Hafteigenschaften erzeugt werden. Dies kann besonders bei Flüssigklebern oder lackierten Oberflächen eine sinnvolle Vorbehandlung darstellen.
  • Konditionieren: Hierbei wird die Oberfläche temporär verändert, um die Klebeeigenschaften zu verbessern. Dies kann z.B. durch befeuchten, trocknen oder temperieren erfolgen.
  • Physikalische Vorbehandlungsverfahren: Verschiedenste Verfahren. Hierzu zählen z.B. die Bestrahlung von Oberflächen aber auch das Primen oder Lackieren
  • Reinigen: Je nach Anforderung kann dies mit unterschiedlichen Reinigungsverfahren und Lösungsmitteln oder auch mechanisch erfolgen.

Was kann getan werden, damit der LED Streifen doch klebt?

Wenn ein LED Streifen sich nach dem Aufkleben wieder ablöst, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Streifen doch noch gut und ohne allzu großen Zusatzaufwand zu installieren. Wie Du in den bisherigen Informationen erfahren hast, hat die Ursache des Ablösens etwas mit der Oberfläche zu tun. Oftmals ist nicht erkennbar, um welche Oberflächen es sich bei zu beklebenden Werkstoffen oder Materialien handelt. So z.B. können Möbelstücke mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Lacken und Oberflächenbeschichtungen versehen sein. Über diese liegen meist, auch bei gründlichem Studium der mitgelieferten Gebrauchsanweisung, keine näheren Informationen vor.

Wenn sich ein Streifen ablöst gibt es folgende Möglichkeiten zur Installation: 

  • Einen anderen Klebstoff verwenden: 
    Es ist möglich anstelle des ursprünglichen Klebestreifens ein Klebeband zu verwenden, das für bestimmte Anwendungen eine bessere Haftung verspricht. Auch besteht womöglich die Notwendigkeit, anstelle eines Klebebandes einen Montagekleber zu verwenden. In diesem Fall ist es nicht nötig, das LED Band zu bearbeiten. Es reicht vollkommen aus, das Band mit dem neuen Klebstoff erneut zu verkleben.
  • Untergrund verändern:
    Sollte es sich um Oberflächen mit schmutz- und ölabweisenden Beschichtungen handeln (ganz besonders bei Küchenmöbeln) ist die Verwendung eines anderen Klebstoffes oder Klebebandes meist auch nur mit wenig Erfolg gekrönt. Bei solchen Oberflächen kann entweder die Beschichtung entfernt werden (z.B. durch abschmirgeln der Lackierung) oder eine andere Oberfläche geschaffen werden. Die Entfernung der Originalbeschichtung kann sehr arbeitsaufwendig sein und das Ergebnis oftmals wenig zufriedenstellend, da die Gefahr besteht, dass auch auf den darunterliegenden Materialien die Haftungseigenschaften eher gering sind. Außerdem ist eine solche Bearbeitung fehleranfällig. Es können leicht Kratzer oder Beschädigungen in Bereichen der Oberfläche auftreten, die nicht erwünscht sind. Hier bietet sich die Verwendung von LED Profilen an. Diese ist zwar kostenseitig deutlich intensiver, jedoch kann eine gute Klebeeigenschaft garantiert werden. Darüber hinaus entsteht hier die Möglichkeit durch Verwendung einer Profilblende die Blendwirkung der einzelnen LEDs zu reduzieren und ein homogeneres Licht zu schaffen.
  • Mechanische Befestigungsart verwenden: 
    Wenn weder die Änderung des Klebstoffes noch die Verwendung von LED Profilen möglich oder erwünscht ist, können z.B. Montageschellen oder andere mechanische Befestigungselemente verwendet werden um den LED Streifen in Position zu halten. Diese Befestigungsmethode ist deutlich arbeitsintensiver als die beiden vorgenannten und empfiehlt sich vor allem im Außenbereich.

 

 Falls Du Fragen zum Thema Installation von unseren LED Streifen oder anderer Artikel hast, freuen wir uns von dir zu hören. Du erreichst uns über das Kontaktformular hier auf www.led-universum.de oder telefonisch unter 0351-65335641 (montags bis freitags von 8:00 bis 18:00).

 

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