Wahl des richtigen Netzteiles für LED Leuchtmittel

Um LED Leuchtmittel betreiben zu können, wird ein Netzteil bzw. LED Treiber benötigt. Dies liegt daran, dass LEDs auf Gleichstrom laufen, aber Wechselstrom im normalen Stromnetz anliegt. Viele LED Leuchtmittel haben bereits einen eigenen Treiber fest integriert und können direkt an 230V Wechselstrom angeschlossen werden (z.B. LED Birnen mit den Fassungen GU10, E27 oder E14 oder LED-Röhren als Ersatz von Leuchtstoffröhren). Andere Arten von LED Leuchtmitteln wie z.B. LED Panels oder LED Streifen benötigen in der Regel allerdings ein separates Netzteil. In diesem Fall ist es wichtig, dass die Netzteile auf die Leuchtmittel angepasst und für den Betrieb und Einsatzzweck geeignet sind. Nachfolgend findest Du einige Punkte, die bei der Wahl des Netzteiles beachtet werden sollten.

Eingangsspannung und Ausgangsspannung von Netzteilen:

Netzteile sind elektrische Wandler. Das bedeutet, es wird Strom oder Spannung in eine andere Größenordnung oder Art dieser transformiert, z.B. die Transformation von 230V Wechselspannung in eine Gleichspannung mit der Größenordnung 12V.

Auf dem sogenannten Rating Label (Typenschild) des Netzteiles findest Du alle wichtigen technischen Parameter dazu auf einem Blick. Unter anderem die Eingangsspannung und die Ausgangsspannung. Netzteile, welche direkt ans Stromnetz angeschlossen werden können, haben meist einen Eingangsspannungsbereich (die sog. Primärseite) von 100V AC - 265 V AC. AC steht hier für Alternate Current, übersetzt: Wechselstrom. Der Wert an der Ausgangsseite (Sekundärseite), gibt an, auf welche Spannung das Netzteil die Eingangsspannung transformiert. Hier kann z.B. 12V DC stehen. Dies bedeutet, dass an der Ausgangsseite 12V Gleichspannung ausgegeben werden (DC steht für Direct Current). Ein Netzteil mit 12V Ausgangsspannung ist für den Betrieb von 12V LED Leuchtmitteln geeignet.

Wichtig: Die Ausgangsspannung des Netzteiles und die Betriebsspannung des LED-Leuchtmittels müssen übereinstimmen. Ansonsten kann es zur Fehlfunktion bis hin zu irreparablen Defekten des LED Leuchtmittels kommen.

Stromstärke:

Zusätzlich zu den Spannungsangaben finden sich Angaben zur Stromstärke unter den technischen Parametern sowohl an der Eingangs- als auch an der Ausgangsseite. Die Stromstärke wird in Ampere (A) angegeben. Der Ampere-Wert wichtig für die vorgeschaltete Sicherung der jeweiligen Versorgungsleitung bzw. die nachfolgend angeschlossenen Geräte. Weiterhin kann der Amperewert zusammen mit der Ausgangsbetriebsspannung genutzt werden, um die maximale Leistung (W - Watt) zu berechnen. Dazu wird die Stromstärke (A) mit der Spannung (V) multipliziert. Ein Netzteil mit 12V Ausgangsspannung und 3A Ausgangsstromstärke hat somit eine Leistung von 36W.

Leistung - Wattage:

Als Ausgangsleistung wird immer die maximale Leistung eines Netzteiles angegeben. Das heißt jedoch nicht, dass Netzteile immer auf dieser Maximallast laufen. Die Netzteile stellen die Energie lediglich bis zur Maximallast bereit. Wenn Leuchtmittel angeschlossen werden, welche weniger Energie benötigen, stellt das Netzteil entsprechend weniger Leistung zur Verfügung. Zum Beispiel bei Anschluss eines 20W LED-Leuchtmittels an ein  36W Netzteil stellt dieses nur 20W zur Verfügung. Nicht die maximale Leistung.

Konstantspannung / Konstantstrom:

Netzteile haben einen festen definierten Ausgangsparameter, der zweite Ausgangsparameter ist variabel. Dadurch gibt es auch verschiedene Typen von Netzteilen.

- Netzteile mit konstanter Ausgangsspannung

- Netzteile mit konstantem Ausgangsstrom.

Bei Konstantspannungsnetzteilen ist die Ausgangsspannung fest definiert und wird mit einer Zahl angegeben, z.B. 12V. Die ebenfalls angegebene Amperezahl ist die Maximal-Amparezahl. Tatsächlich werden jedoch nicht in jedem Betriebsfall die maximalen Stromwerte ausgegeben.

Bei Konstantstromnetzteilen, wird ein fester Strom ausgegeben, z.B. 300mA. Dieser Strom ist immer konstant, während die Betriebsspannung variiert. Auf dem Typenschild des Netzteiles findest Du einen entsprechenden Hinweis: KontantstromAusgangsspannungsbereich, z.B. 27V DC - 48V DC. Die Leistung ist ebenfalls variabel, jedoch kann nicht immer jeder Lastbereich zwischen 0W und der Maximallast erreicht werden.

Welches Netzteil richtig ist für Deine Anwendung, hängt von Deinem LED-Leuchtmittel ab. Prüfe hierfür das Typenschild des LED Leuchtmittels, die Betriebsspannung, die Leistungsaufnahme und ob es sich um ein Konstantspannungs- oder ein Konstantstrom-LED Leuchtmittel handelt.

Art der Installation des Netzteiles:

Bei der Installation von Netzteilen solltest Du folgende Hinweise beachten:

Wird das Netzteil offen verlegt oder fest eingebaut?

In der Regel sind Netzteile passiv gekühlt, verfügen also über keinen Lüfter und kühlen sich stattdessen durch Luftzirkulation. Dies bedeutet, dass Netzteile mit passiver Kühlung nicht an Orten verlegt werden sollten, die eine Abkühlung durch Luft erschweren oder sich aufheizen können (z.B. isoliert oder durch Sonneneinstrahlung). Auf dem Typenschild eines Netzteiles findest Du die Angaben, welche Betriebstemperaturen (Umgebung) für das jeweilige Netzteil zugelassen sind.

Bei Installation ist weiterhin zu beachten, um welche Materialen es sich handelt. Bei brennbaren Materialien solltest Du prüfen, ob das Netzteil über zusätzliche Zertifizierungen verfügen muss. Bei einem Einbau in Möbelstücke oder Decken, ist generell ein Netzteil mit entsprechender Möbeleinbauzertifizierung (F-Zertifizierung) empfehlenswert.

Wird das Netzteil in im Außenbereich oder in Feuchträumen verbaut?

Bei Installation im Freien oder im Feuchtraum ist die Schutzklasse des Netzteiles zu beachten. Netzteile, die im Feuchtraum installiert werden sollten spritzwassergeschützt sein, also mindestens über die Schutzklasse IP65 verfügen.

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